Arbeit macht frei, der zynische Spruch in Dachau

Am 10.02. besuchten wir das KZ in Dachau. Herr Klentzan, ein evangelischer Diakon, führte uns herum. Sehr viele Gebäude und Begebenheiten erzählte er uns anhand echter Menschen, die dort gefangen gehalten wurden.

Zu Beginn unseres Rundgangs standen wir an den Überresten des ehemaligen Bahnhofs und den alten Gleisen. Dort kamen die Gefangenen nach oft langen und qualvollen Transporten mit Zügen an.

Anschließend besichtigten wir die ehemaligen Baracken. Heute sind diese nur noch durch Kantsteine angedeutet und mit Schotter gefüllt. Zwei dieser Holzhütten wurden wieder aufgebaut, diese können von Innen besichtigt werden. Sie zeigen die katastrophalen Bedingungen, unter denen die Insassen leben mussten. In dem engen Raum, in dem die Häftlinge gezwungen waren zu leben und diesen penibel sauber zu halten, breiteten sich aufgrund mangelnder Hygiene und schlechter Ernährung viele Krankheiten aus.

Bereits bei kleinsten Verstößen gegen die Befehle der Aufseher gab es zusätzliche, harte Strafen. Besonders schlimm war für uns die Information, dass viele Insassen so verzweifelt waren, dass sie sich erschießen ließen oder absichtlich in den Stromzaun liefen.

Beim Appell mussten sich die Häftlinge zweimal täglich, bei Hitze, Frost oder Regen auf einem Platz hinstellen und wurden dort von den Offizieren gezählt. Fehlte ein Insasse, gab es zusätzliche Strafen für alle Häftlinge und oft standen die Menschen dort viele Stunden lang.

Zuletzt besichtigten wir das Krematorium zur Leichenverbrennung und die daran angrenzenden Massengräber. Eine Gaskammer wurde dort auch errichtet, aber nicht in Betrieb genommen. Insgesamt starben über 40 000 Menschen dort.

Herr Klentzan berichtete uns zusätzlich, dass die amerikanischen Befreier über die Zustände im KZ Dachau zutiefst schockiert waren. Sie zwangen die umliegende Bevölkerung, das Lager und die Leichenberge mit eigenen Augen zu sehen. Die Bewohner Dachaus behaupteten nämlich oft, dass sie von dem Lager gar nichts wussten.

Der Besuch war für uns alle sehr eindrücklich, bewegend und ermöglichte uns, die grausamen Lebensumstände der Häftlinge besser verstehen zu können.